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Sonntag, 21.02.2015

So, nun ist es bald so weit, aber natürlich nicht ohne eine Portion Action vorher ;-)

 

Eigentlich sollte ich für ein bestimmtes Digitalisierungsprojekt in die Bibliotheca Hertziana, unserem Partnerinstitut für italienische Kunstgeschichte in Rom.

Obwohl dieses Projekt leider abgesagt wurde, darf ich trotzdem fliegen und ein Praktikum absolvieren wie es auch Schüler zur Berufsfindung machen, nur, dass ich mich so kurz vor der Abschlussprüfung hoffentlich schon gut auskenne ;-)

 

Am Dienstag habe ich noch kurz mit Rom "telefoniert", hatte zwei Tage Urlaub, komme am Freitag in die Arbeit und stelle fest: 3 Stunden nach dem Telefonat bekam ich die E-Mail, dass mein römischer Chef überraschend verstorben ist. Oh shit! Für eine Praktikantin hat die Leitung jetzt bestimmt keine Zeit mehr...

Die Bibliotheca stand natürlich Kopf, tut es vermutlich immernoch. Da mein (deutscher) Chef sich aber an sein Wort ("Ausbildung verkürzen oder Ausland" - "Okok, ich lasse Sie nach Rom, die haben eine Projektstelle frei" ) hält, organisierte er mein Praktikum so um, dass ich trotzdem fliegen darf.

 

Da mein Koffer von der ganzen Reiserei schon leicht lädiert ist, kaufte ich mir vor einigen Wochen einen neuen, der gerade um 2cm noch in den Maximalmaßen der Lufthansa liegt. Er ist auch voll - 22,4 von erlaubten 23kg! 

 

Habe ich auch wirklich genügend T-Shirts dabei? Rentieren sich Badesachen für einen Abstecher ins Mittelmeer? In Rom hat es schließlich angenehme 16°C :-P

 

Meldung von 20.02.2015 aus der Süddeutschen:

www.sueddeutsche.de/reise/barcaccia-brunnen-in-rom-maltraetierte-sehenswuerdigkeit-1.2359754

Das Institut liegt direkt an der Spanischen Treppe - ebenso wie meine Foresteria. Der Arbeitsweg von nichtmal 50m ist natürlich sehr verlockend ;-) Aber hoffentlich ist dieser Müll da wieder weg, bis ich ankomm! Lufthansa-Maximalmaße sind schließlich nicht sehr dafür geeignet, über Müllberge getragen zu werden.

21.2.15 20:29, kommentieren

Sonntag, 22.02.2015

Da mein letzter Flug schon 11 Jahre her ist und schon leichte Panik schob, dass ich auch alles pünktlich finde, bot mein Patenonkel Thomas an, mich am Sonntag zum Flughafen zu bringen. Er fliegt oft von München nach Italien, also kennt er sich auch gut aus. "Thomas ist dabei, der macht das dauernd" ist übrigens ein sehr beruhigendes Mantra ;-)

Abgemacht war, dass er mich um 9:30 Uhr abholt. Ich rechnete schon fast damit, dass er ab 9:00 Uhr vor meiner Tür stand. Damit, dass um kurz nach 8 meine Patentante anrief und ankündigte, dass in einer dreiviertel Stunde die ganze Familie bei mir ist, hab ich aber trotzdem nicht geplant. Also in Lichtgeschwindigkeit alles zusammen packen, die restlichen Sachen in den Koffer stopfen und kaum dass ich fertig war, waren sie schon da.

Profi-Tipp: ERST den Kühlschrank nach verderblichen Lebensmitteln durchsuchen und DANACH den Müll raus bringen. Nicht anders rum *grummel*

Beim Flughafen angekommen checkte mehr oder weniger Thomas für mich ein, dann gab ich meinen Koffer ab ("Einen guten Flug wünsche ich Ihnen und viel Spaß in Rom" - "Wie, das wars schon?" - "Ja, außer Sie haben noch mehr Gepäck" ) und zusammen gingen wir frühstücken. Sie brachten mich zum Sicherheitsbereich und obwohl ich ab da alleine unterwegs war, verlief alles gut. Die Fummelkontrolle kannte das Implantat und fragte sogar, wie zufrieden ich damit sei (oder fragte sie 'ob'? Ich habs nicht ganz verstanden ;-) ), die Frau am Gate konnte gebärden, der Busfahrer war gut gelaunt und die Flugbegleiterinnen wiederholten mir wichtige Durchsagen nochmal "face-to-face" und sprachen wirklich super verständlich mit mir.

Im Flugzeug freute ich mich schon, dass hier oben die Sonne scheint, aber - haha - wie soll das über den Wolken auch anders sein? :-P

image

Es gab ein Sandwich (natürlich nur Käse oder Pute, was ich ja beides nicht esse. Hab dann aber ganz brav eines gegessen, auf dem gefühlte 12 Scheiben Putensalami UND eine Scheibe Käse lagen! :D), was zu trinken und dann haben uns Kapitän (heißt der nicht Pilot?) Thomas ;-) und der First Officer Martin ;-) auf römischem Boden direkt am Mittelmeer abgesetzt.

 

BOAH. Einfach nur BOAH. Dafür gibts keine Worte.

Wir sind noch einen Kreis über dem Meer geflogen, weil wir mit der Nase nach Norden landen mussten. Zum Glück hatte ich einen Fensterplatz auf der linken Seite und hatte so beste Sicht: Unter uns ein kleines Dorf und die Landebahn, direkt links daneben das Mittelmeer.
A-T-E-M-B-E-R-A-U-B-E-N-D.

 

Ein Blick zu den Bildern: https://drive.google.com/folderview?id=0B_fof26zZ1BeMGZnVmp1ZW5NZTg&usp=sharing lohnt sich.

 

Man sagt ja, der Münchener Flughafen sei gut ausgeschildert. Dagegen ist Rom Fiumicino quasi idiotensicher. Kurze Wanderung zum Leonardo-Express, neues Ticket-System kennen gelernt, vom Schaffner grob festgehalten worden und durch die Vororte nach Termini (=Hauptbahnhof in der City) gefahren.

 

Der italienische Wahnsinn kann beginnen ;-)

 

Frau R. vom Institut gab mir die Telefonnummer des Pförtners. Ich sollte ihn wenn ich da bin anrufen und dann in der Via Gregoriana 28 die Schlüssel abholen. Via Gregoriana war nicht schwer zu finden, man ist ja des Lesens und hin und wieder auch Denkens mächtig.  23... 24... 25... ... Straße zu Ende! 26+ gab es nicht! An keinem der Häuser gab  es ein Schild "Bibliotheca Hertziana" oder "Max-Planck-Institut".

Ich rief also den Pförtner an. Ich stellte mich vor und fragte ihn, ob er deutsch verstünde. Mindestens Zweisprachigkeit (Deutsch und Italienisch fließend) ist immerhin Einstellungsvoraussetzung. Nein, er verstand offensichtlich kein Deutsch. Ich probierte es auf Englisch. Doch nein, er verstand offensichtlich auch kein Englisch. Also packte ich meine drei Brocken Italienisch zusammen und sagte ihm, dass ich vor der Via Gregoriana 25 stehe und es keine 26 oder 28 gibt. Als nächstes kommt der Laden xy und ein Taxi-Stand, dann die Spanische Treppe. Er antwortete mir immer nur "Si, si, 28", aber rallte nicht, dass ich die 28 eben nicht fand. Nach mehrmaligem Hin-und-Her kam er dann auf die Idee, mich von der Staße abzuholen. Danke!

Oh Wunder, natürlich wird die Bibliotheca zur Zeit umgebaut und darum hängt kein Hausnummernschild an der Tür. Nach Lage braucht man Italien sowieso nicht gehen, also konnte ich sie gar nicht finden... Nunja.

Wir trafen uns also, ich stellte mich (auf Italienisch natürlich) erneut vor und wollte ihm sagen, dass ich die Praktikantin bin und Frau R. ihm einen Schlüssel zur Foresteria für mich hinterlegt hat, aber natürlich fielen mir genau in dem Moment die Worte nicht ein. Totaler Blackout. Mit ein paar Fetzen "R." und "Foresteria" und "le chiave [=die Schlüssel]" verstand er schließlich doch, was ich wollte, holte die Schlüssel und brachte mich "nach Hause".

 

Über das gefühlsmäßige Auf und Ab und den unfreiwillig actionhaltigen Verlauf des Abends berichte ich im nächsten Post.

 

Bilder hier: https://drive.google.com/folderview?id=0B_fof26zZ1BeMGZnVmp1ZW5NZTg&usp=sharing

22.2.15 22:24, kommentieren

Sonntag, 22.02.2015 Seconda Parte

So. Ich kam also in der Foresteria an und war erstmal geschockt. Dass die Häuser in Italien einen anderen Standard haben als wir in Deutschland, wusste ich vorher. Daher wollte ich ja eigetlich auch nicht nach Rom. Dass der Schock aber SO groß wird, hatte ich nicht erwartet.

Die Foresteria besteht aus einer camera piccola (kleines Zimmer) mit eigenem Bad, einer camera grande (großes Zimmer) mit eigenem Bad, einem gemeinschaftlichen Wohnzimmer (rießiger Raum, antik eingerichtet mit Kamin etc. - versetzt einen gleich mal 3-4 Jahrhunderte zurück) und einer gemeinsamen cucina (Küche). Die camera piccola sollte meine sein. Die camera grande ist nicht vermietet.
Ich könnte mich jetzt seitenweise über die Zustände auslassen (für das, was ich gewohnt bin, dreckig, Fenster sind im Grunde nur ein paar zerfallene Bretter, die Wand ist schön flauschig schimmlig etc.), aber das ändert auch nichts. So lebt man hier in Italien nunmal; jedes Haus ist so.

Da ich unendlich Durst hatte und es außerdem keine Seife gab, fragte ich den Pförtner nach einem Supermercato. Er erklärte mir, dass ich die Straße nach rechts runter müsste, nach er Chiesa nach links abbiegen müsste und dann sei einer auf der rechten Seite. Gesagt, getan. Die Chiesa war an einem etwas anderen Ort, als er erklärte, aber Supermercato gabs im ganzen Umfeld keinen. Ich sprach jemanden an - Zufall, deutsche Urlauber -, die auch antworteten, dass es hier nichts gibt.
Es gibt kleine Miniläden, vergleichbar mit "Spätis". 0,5l Cola ist dort enorm günstig, wenn sie nur 2,50€ kostet ;-) fällt also flach.

Ich war schon am Verzweifeln. Mit zwei Wochen McDonalds - Supersize Me 2.0 - hab ich ja schon gerechnet, aber dass nichtmal ein Supermercato in der Nähe war, fand ich schlimm. Mike und Felix googledeten für mich nach Supermercati im Aldi-Lidl-Rewe-Stil und gaben mir die Öffnungszeiten durch, was ich mir im McDonalds (wenige Meter von der Foresteria entfernt) bei einem Hamburger und einer großen Cola mit Eiswürfel (*mhmmmm!*) durchlas. Die Entscheidung fiel auf Termini (zur Erinnerung: Hauptbahnhof), weil der nur drei Stationen mit der Metro entfernt lag und ich den Weg ja nun schon kannte.

Merke: Italienische Lagepläne haben definitiv nicht verzeichnet, wo man sich selbst gerade befindet.

Ich deckte mich mit Wasser, Cola, Joghurt, Bananen und Frollini ein und stapfte wieder nach Hause.



Feststellung: Solche Mädchen ;-) es hatte bestimmt 15°C, ich lief im T-Shirt rum und mir war warm. Alle anderen waren aber im Michelin-Männchen-Style, ihren dicksten Winterjacken, unterwegs. Warum? Hitzschlag?!

Ernüchterung des Tages: hier spricht niemand Englisch oder gar Deutsch; weder bei den öffentlichen Verkehrsmitteln noch in Läden. Entweder man kratzt seine letzten drei italienischen Brocken zusammen oder man hat ein Problem.
Lieber erklären die Italiener einem einen Sachverhalt fünfmal ganz langsam und deutlich mit Händen und Füßen auf italienisch und lassen dabei alle anderen warten, als dass sie es schnell auf englisch sagen.

Ich duschte (war ich hinterher wirklich sauberer als vorher?...), packte den Koffer aus (warum genau hab ich so viele Pullis dabei?) und verzog mich zum täglichen Bloggen ins Bett.


Sorry für fehlende Buchstaben (mein Netbook frisst sie gerne), schlechte Grammatik oder gar Rechtschreibfehler. Täglich Tagebuch zu führen und vor allem die ganzen Bilder anzugucken und ggf. einzufügen ist ziemlich zeitraubend. Ich werde daher nur meine Gedanken aufschreiben und abschicken, nicht noch 20x Korrektur lesen.
Bilder gibt es gesammelt hier:
https://drive.google.com/folderview?id=0B_fof26zZ1BeMGZnVmp1ZW5NZTg&usp=sharing

23.2.15 19:06, kommentieren

Montag, 23.02.2015

Da ich am Vortag so früh ins Bett bin, war ich um 7:45 Uhr schon ausgeschlafen. Wuhey, hätte ich doch noch zwei Stunden schlafen können. Ich musste erst um 10:00 Uhr in der Arbeit sein, welche ja nur auf der anderen Straßenseite liegt.
Es ist gerade 9:40 Uhr und so langsam kommt Nervosität auf. Die letzten zwei Stunden habe ich damit verbracht mich fertig zu machen, den Blog nachzuschreiben, mir ein Joghurt einzuverleiben (schwer, wenn man rein gar keinen Hunger oder Appetit hat) und den Nachbarn gelauscht. Man glaubt es kaum, aber hier ist es sogar mir, einer Gehörlosen, zu laut. Mein Bett vibriert vom Lärm und ständig denke ich, dass ein Gast der camera grande anreist.

So ;-) Es ist bereits Montag Abend.

Ich stand heute früh natürlich an der falschen Tür.... Da ich mich sowohl gestern als auch heute beim diensthabenden Pförtner melden sollte, ging ich heute dort hin, wo er gestern aus dem Institut kam. Ich klingelte und klingelte und keiner machte auf. Um 9:59 sprach ich eine Frau an, die zufällig grad mit ihrer Tessera (Chipkarte) durch die Tür ging und zum Glück erklärte sie mir, dass ich zum nächsten Eingang muss:

Sieht ja gleich viel edler aus als ein Holzbrett mit Klingeln nebendran ;-)

Natürlich kannte der Pförtner keine Frau K. und hatte von der neuen Bibliotheksmitarbeiterin schon so viel gehört wie von Englisch. Blahblah, wieso auch nicht kompliziert?

 

Frau K. erwies sich dann als genauso nett, wie sie am Telefon wirkte. Wir quatschten ein bisschen und danach zeigte sie mir die Bibliothek und alle fünf Gebäude. 

Wahnsinn.

Geht man durch eine Tür, landet man in einem Raum, von dem aus wieder drei exakt gleich aussehende Türen wegführen. Jedes Treppenhaus (maximal 50cm breit!) sieht gleich aus und führt natürlich ganz wo anders hin. 

Weil man mit der einen Treppe in den ersten Stock kommt, muss man mit der gleichen nicht auch in den zweiten kommen. Dafür kommt man mit einer anderen in den zweiten, die dafür keine Tür zum ersten hat... ;-)

 

Ich lernte zig leere Schreibtische kennen und soooo viele italienische Mitarbeiter. Natürlich können alle auch weder Englisch noch Deutsch... Aber, hey, so gibts Übung ;-)

Im Keller zeigte sie mir eine Baustelle. Erst dachte ich mir "wuhey, hab ich noch nie gesehen", aber dann stellte sich heraus, dass dieses Gebäude auf historischem Grund steht (welches Haus in Rom tut das nicht?) und sie beim Umbau hier total tolle römische Einrichtungen gefunden haben, einige tausend Jahre alt... Äh ja. Live war das dann wirklich beeindruckend. Momentan wird das alles stabilisiert und dann so nach und nach "ausgegraben". 

 

Den restlichen Arbeitstag verbrachte ich mit Dublettenkontrolle.

Das Partnerinstitut in Florenz hat 851 Medien ausfindig gemacht, die sie aussondern könnten und hat sie der Bib-Hertz angeboten. Ich muss nun also 1702 Suchanfragen starten, ob die Medien in Rom schon im Bestand stehen und das dann in der Liste vermerken. 

Erst wollte die Bibliotheksleiterin mir alles klitzklein erklären, doch dann fiel  ihr ein, dass ich ja kurz vor der Abschlussprüfung stehe (Ende April!) und lies mich ein paar Beispiele selbst machen. Sie war vollends begeistert über meine Recherchetechnik (ja, sorry, der Schnitt von 1,09 muss ja woher kommen ;-) *angeb* sorry :D) und erzählte mir stattdessen wie das hier so mit Supermercati und Bäcker aussieht.

 

Nach Feierabend suchte ich den Paniniverkäufer um den Ecke (leider schon zu) und ging anschließend zum Supermercato neben der Deutschen Bank ;-) Wie Tengelmann: klein, kaum Auswahl und das meiste überdurchschnittlich teuer, aber zum Überleben reichts. 

Da es hier Pane Ciriole S. Forno und mageren gekochten Schinken und richtige Cola (die Billigcola hier schmeckt echt scheiße!) gibt, werd ich wohl hin und wieder mal hin, aber für die richtigen Einkäufe werd ich nach Termini fahren.

 http://my.myblog.de/sechzehngradinrom/img/20150223_183145.jpg

 

 

Der Besuch beim Trevi-Brunnen war völlig umsonst, weshalb es davon auch keine Fotos gibt. Das ist grad eine rießige Baustelle, durch die ein schmaler Steg führt, über den Besucher sich den "Brunnen" von Nahem ansehen können. "Brunnen" in Anführungszeichen, weil sowieso alles mit der Bauplane bedeckt ist und man nichts sieht.

Gelato für 2,50€ pro Kugel ist hier übrigens total normal. Meine Chefin kommentierte das damit, dass München ja auch nicht so billig sei..... In München zahl ich für eine Kugel Eis 1,10€ und wenn ich essen gehe, zahle ich für eine kleine Margherita oder ein Portiönchen Nudeln nicht 10,00€ im Billigrestaurant...

23.2.15 19:35, kommentieren

Montag, 23.02.2015 (2)

 

Wenigstens lenkt Chatten beim Haareföhnen von dem Ekel ab :D

 

23.2.15 21:01, kommentieren

Dienstag, 24.02.2015

Oh man. Ich hab sooo einen Muskelkater. Sonntag den 22,4kg-Koffer die Spanische Treppe rauf, Montag ständig tausende Treppen im Institut (Altbau, x Stockwerke...), Montag Abend wieder die Spanische Treppe. Ich war zu faul außenrum und dann den Berg zu laufen und dachte mir "ach, das kleine Treppchen schaffste doch, läufst ja Zuhuse auch meistens rauf"... Ich hatte aber vergessen, dass hinter der Kurve nochmal gefühlte 895 Stufen kommen. Das grenzte schon an The Biggest Looser ;-)
 

Der nächste Arbeitstag begann mit einer Schnitzeljagd.

Den Personaleingang zu finden ist ja nicht schwer – einfach über die Straße. In die Bibliothek geht’s von da aus auch ganz einfach. Aber wie war nochmal der Weg zu dem Buch, in das sich jeder Mitarbeiter eintragen muss, der sich im Gebäude befindet? Achja, geradeaus an der Treppe und den Rari vorbei, rechts, links durch die Sicherheitstür ins Parlatorium, rechts durch die Sicherheitstür, dann… ähm… rechts? Rauf oder runter? Links ist Paolo von der Digitalisierung, dann eben rechts.. Ah, ja, da.

Da ich noch das Pfand für die Tessera bezahlen musste, suchte ich also nach dem Weg in die Direzione. Ich wusste, dass sie in einem der Gebäude unterm Dach war und viele (sogar für deutsche Verhältnisse) sehr breite Treppen hin führten. Ich guckte mich also um, ging hier und dort ein paar Stufen und öffnete Türen (zur Erinnerung: die kleinen Räume, von denen 2-3 exakt gleich aussehende Türen wegführen - sehr Hogwarts-Style). Nichts. Keine Direzione, nichtmal eine so breite Treppe.

Okay. Wenn nicht hier, dann vielleicht im nächsten Gebäude. Also zurück bis kurz vor das Anwesenheitsbuch, Sicherheitstür, Parlatorium, Sicherheitstür, ah, Alessandro stellt Rari ein! Er kann zwar nur Italienisch, ist aber total nett. Ich sprach ihn also an „Buongiorno Alessandro, scusi, cerco la direzione. Puoi aiutarmi, per favore?” Sicherlich nicht korrekt (beim einen Wort hab ich ihn gesietzt, beim anderen geduzt ;-) ), aber den Sinn, dass ich die Direktion suche und die Bitte mir zu helfen, verstand er und nahm mir auch meine 25 Fehler pro Satz nicht übel.  Die Reinigungskraft, die daneben stand (auch nur Italienisch), fragte, ob die Direzione der Bibliotheca oder dell'Instituto. Ich sagte, dass ich das gar nicht weiß und auch nicht die Namen. Die Direzione ist ‚oben‘ und es gibt viele... Ja, was heißt nun Treppe oder Stufe auf Italienisch? Aber man kann ja gebärden ;-) Alessandro guckte sich das an und fragte "Scale?" – "Siiii, si, scale!" – Zack, wieder ein wichtiges Wort erinnert :-)

In dem Moment kam eine deutsche Bibliothekarin um die Ecke, mischte sich mit ein (klingt ja negativ.. Ich fands nett von ihr, finde nur grad kein passenderes Wort) und zeigte mir dann, dass ich durch die Bibliothek gemusst hätte, durch eine Sicherheitstür (Überraschung, gibt’s ja nicht alle 2 Meter) und dann am Fuß der großen Treppe stehe. Zu meines Muskelkaters Glück gab es sogar einen Aufzug, der – TADA – sogar bis in den 6. Stock in die Direzione führte :D

Kurze Freude, schnelle Ernüchterung: keiner da. Aber was erwartet man um 9:00 Uhr auch anderes von Italienern…

Also wieder runter, zurück durch die Bibliothek, vom Security aufgehalten worden (lass mich, ich darf das) und mich wieder meinen 1702 Suchanfragen gewidmet.

 

Ich sitze also gerade hier und arbeite (ok, ich schreibe am Blog.. Aber sorry, bei 1702 mal Copy&Paste braucht man auch auch mal Abwechslung..) Jedenfalls sind hier die Fenster geschlossen und trotzdem hör ich (!!) den Baulärm und die Autos und Fußgänger hier oben noch so laut, als wären alle Fenster offen bzw. für mich dann als stünde ich daneben. Dass das in den schmalen Gassen laut ist, ist klar. Dass die Fenster nicht dicht sind, auch. Aber dass sie nur reine Deko zum Dreckpräsentieren sind, naja...

Cennino Cennini ist ja auch ein toller Name :D (arbeite ja doch nebenbei..)

*aus dem Fenster guck* heute ist es trist und grau, ja geradezu kalt (@Du-weißt-schon-dass-ich-dich-meine: Thermo-Jeans nicht vergessen ;-) ). Ich habe ein langärmeliges Oberteil an, einen Schal drüber und eine Fleece-Jacke über den Schultern und fröstel fast. Mitten in Italien… Oh, da fällt ein Tröpfelchen vom Himmel :-O


Eben kam Alessandro und brachte mir die Post. Im Vorbeigehen sagte er etwas, was ich als "Bouna finito" verstanden hätte, aber da ich gerade eine Banane esse, glaube ich, dass er mir einen guten Appetit gewünscht hat. Italienisch macht Fortschritte :D

 

So. Mal googlen, wo das Colosseo steht. Erst erzählte die Kollegin was von 30 minuti zu Fuß e poi di 10 minuti...

Bis heute Abend oder morgen dann ;-) 


1 Kommentar 24.2.15 11:55, kommentieren

Dienstag, 24.02.2015 Arbeitsweg

Habe ich euch außerhalb der Google-Bilder eigentlich schon meinen Arbeitsweg gezeigt?

Das sehe ich, wenn ich nach links gucke: 

 

Kann man akzeptieren, gell?! :-P 

24.2.15 13:30, kommentieren

Dienstag, 24.02.2015

Eigentlich wollte ich am Abend das Colosseo angucken. Ich packte meine Sachen und stapfte bei tröpfelndem Niederschlag los. Vorbei am Trevi-Brunnen:

 

 

 

 

und in der Papeteria Postkarten gekauft. 

Nachdem man mir in Berlin neulich den Unterschied zwischen Postkarten und Briefmarken erklärte (ich mache aus beidem einfach Postmarken oder Briefkarten ;-) ), brachte mir der nette Verkäufer im Alessandro-Stil gleich mal das Wort für Briefmarken bei: i francobolli.

Eigentlich ist das alles Vokabular, das ich in der Schule früher schon gelernt hatte. Komplett neu war noch nichts. Leider habe ich trotzdem das meiste vergessen und darf es so wieder auffrischen :-)

 

Hinter dem Subway (mal was anderes als McDonalds, uralte Panini oder Hungern) gings eine längere Treppe runter (wie könnte es in Rom auch anders sein?) und mit einem Blick nach links sah man das Colosseo in mehreren hundert Metern Entfernung.

Irgendwie reizte mich der Weg geradeaus aber doch mehr und so verschob ich das Colosseo auf einen anderen Tag und wanderte stattdessen 2 Stunden im inzwischen strömenden Regen durch Rom, bis ich irgendwann wieder an der Subway-Treppe raus kam, pi mal Daumen eine Abkürzung zum Coop (dem supermercato neben der Deutschen Bank - 10 Minuten zu Fuß ) nahm, dort nochmal einkaufte und nach Hause ging.  

25.2.15 08:52, kommentieren

Mittwoch, 25.02.2015

Ob ich es je schaffe, das Datum der Blogeinträge auf Anhieb richtig zu schreiben? Der Tag ist kein Problem, aus Februar wird meist März und generell scheine ich der Zeit 1080 Jahre voraus zu sein.

 

Inzwischen bin ich bei Nummer 986 von 1702 zu prüfenden Medien. Es ist 8:55 Uhr und natürlich ist außer der Reinigungsfrau noch niemand im Institut. [Ergänzung von 9:25 Uhr: eben ist die erste Kollegin aufgekreuzt und war überrascht, dass schon jemand hier ist.. Um 10:30 Uhr waren wir dann mal alle.]

Ich habe meiner Münchner Chefin eine E-Mail geschrieben und sie hat quasi sofort geantwortet. Auch wenn sie es nicht zugeben mag und sie bis jetzt so tat, als sei ihr das alles egal (Ausland ist ja auch ein schwieriges Thema bei ihr),  fängt sie jetzt doch an, Fragen zu stellen und sich zu interessieren. Das freut mich sehr.

Es heult mal wieder irgendein Alarm, aber das ist hier ständig so. Ich habe ja kein Richtungshören und so kann ich nichtmal sagen, woher der Lärm kommt. Ich setze einfach mal voraus, dass es nicht brennt und es nur Alarmanlagen sind, da ich keine Lust habe, alle zwei, drei oder mal vier Stunden durch die Gegend zu laufen und den Weg zu suchen, wo das Getröte lauter wird.

 

Heute gab es das erste italienische Mittagessen: ein Panino con Prosciutto :D  Das ist so viel, dass ich die Hälfte wieder mit in die Arbeit genommen habe und dafür von den Kollegen ausgelacht wurde :-P

 

Um 14:33 Uhr hat Alessandro mir einen buona sera gewünscht. Also kaum ist um 14:00 Uhr der Tag vorbei, beginnt der Abend. Interessant... 

 

Die stellv. Bibliotheksleitung Frau K. meinte ja mal, dass sie es mit der 40h-Woche bei Praktikanten nicht so streng nehmen und ich so 6-7 Stunden am Tag arbeiten soll. 

Am ersten Tag musste ich ja erst um 10:00 Uhr dort sein und kam so auf 6,5h, am zweiten Tag arbeitete ich 7h und 20min und da ich heute Nachmittag mit der Liste fertig wurde, machte ich nach 6h 50min Feierabend. Meine Kollegin kommentierte es mit "Sie hätten schon längst gehen sollen. Was machen Sie denn noch so?". Naja, was mache ich denn? Okay, zum Colosseo wollte ich. Aber ansonsten bin ich momentan froh, wenn ich nicht viel vom Tag mitbekomme.

Die Putzfrau war heute früh bei mir. Das Bad ist jetzt immerhin sauberer als bei meiner Ankunft. Sie hat auch das (saubere?) Geschirr meines Vormieters aufgeräumt, welches ich stehen gelassen habe, weil das sowieso alles eklig ist. Auf manchen Tellern sind so dicke Fettschichten, dass man Bildchen malen kann.. Und sie hat den Schimmel an den flauschigsten Stellen (ging ja bis 1,5cm teilweise) abgekratzt (Insider nennen es auch den Schimmel striegeln :-P ). Jetzt sehe ich ihn zwar nicht mehr überall (weiß auf weiß sieht man kaum und die schwarzen Flecken sind eher am Boden - noch tiefer als ich klein bin), aber ich WEIß ja noch, dass er da ist...

Eklig. Einfach nur eklig.

Das ist der Grund, warum ich mit Licht schlafe (der Schimmel könnte mich ja im Dunkeln überfallen ;-) ) und das, was ich jeden Morgen als erstes sehe. 

Da ich nun aber an Rom genau zwei positive Dinge finde ( 1) das Lufthansa-Terminal von Fiumicino und 2) das Colosseo), stürze ich mich zur Zeit auf die Arbeit. 

Dass ich länger als 6 Stunden arbeite, macht einen besseren Eindruck, lässt mir mehr Zeit im Internet ;-) und macht, dass ich weniger Zeit hab um den Schimmel, die dreckige Stadt oder die belämmerten Touris anglotzen zu müssen.

Und nun sagt man mir ernsthaft, dass ich bei nichtmal 7 Stunden Arbeit schon längst hätte gehen sollen?....

 

25.2.15 09:02, kommentieren

Mittwoch, 25.02.2015

Dany, Steffen, guckt mal, für euch ist hier auch gesorgt ;-)

 

Da fühlt sich der Römer doch fast wie ein Römer *höhöhö* sorry ;-)

1 Kommentar 25.2.15 20:19, kommentieren

Mittwoch, 25.02.2015

Wuhey, ich hab das Datum gleich richtig geschrieben ;-) erstmal schimpfen müssen, logisch.

Also. Wo waren wir stehen geblieben? Achja, unfreiwillig frühe Feierabende.

Gut. Also ich bin dann in die Foresteria, hab mich aufs Bett gelegt und die meterweit entfernte Decke angeglotzt. Keine Lust raus zu gehen, wollte nach Münchenhause, alternativ vorübergehend erstmal ne anständige Internetverbindung ;-) aber natürlich ist alles dergleichen unrealistisch. 

Da es im Mägges immerhin Free WiFi gibt, packte ich meine Sachen und spazierte mal los. 

Ich ging durch die Villa Borghese zum Piazza del popolo, weiter zum Tiber und fuhr dann mit der Metro zurück nach Spagna (=Spanische Treppe) um dort in den Mägges zu gehen. Dieser Mägges scheint weit und breit der einzige zu sein, zumindest wird im Radius von 4 U-Bahn-Stationen noch Werbung für ihn gemacht (hier steht bei Werbung immer die Filiale, in dem Fall Spagna, dabei). Passender Weise wohn ich ja gleich daneben... ;-)

 

Kurze Erinnerung: Zu den Bildern geht es hier *klick*

Villa Borghese beginnt nach meinem Panino.

Das dritte Bild danach ist so ein typisches Stück italienischer Gehweg. Viel Erfolg an alle Gehbehinderten, die da lang müssen ;-) Italienerinnen machen das übrigens mit  Pfennigabsätzen und/oder mindestens 7cm-Absätzen.

Ich dachte mir, ich kann entspannt durch den Park schländern (*an den Englischen Garten oder Schwabacher Stadtpark denk, die eigentlich ganz nett sind*), aber selbst den Park müssen die Römer mit ihren hässlichen Skulturen verunstalten.... *Grrr*

Oh - Überraschung - wieder eine Trppe. ABER diesmal sogar mit Special-Effects ;-) bei der hier (zwischen Bolognese und Popoklo-Platz) sind sogar die Stufen so schief, dass man kaum drauf stehen kann. Entweder man läuft.... Oder man rollt... :D

 

 

Wenn ich mal wieder Zeit hab, berichte ich euch von meinem sehr lustigen Erlebnis mit zwei deutschen Jugendlichen.

Jetzt ist es 21:18 Uhr, ich sitze seit über 2 Stunden im Edelrestaurant und werde jetzt in die Foresteria gehen.

 

1 Kommentar 25.2.15 20:46, kommentieren

Mittwoch, 25.02.2015 Teil 3

Wer hier einparken will, muss es können ;-)

 

Smarts gibts hier so viele wie Touris und die dürfen anscheinend sogar quer im... Naja.. Parkplätze sind das ja wohl kaum... Quer zur Straße stehen.

25.2.15 21:00, kommentieren

Mittwoch, 25.02.2015 Mägges

Also schön. Noch von meinem Mägges-Erlebnis.
Das Mägges Spagna ist in vielerlei Hinsicht besonders. Nicht nur, dass es die Ehre hat, sich neben meiner Foresteria zu befinden ;-) ist es auch noch das erste Mägges in Italien gewesen.
Man betritt es, hat rechterhand das McCafé, linkerhand eine Eisdiele (ist hier anscheinend üblich, McEis sozusagen, aber so richtiges Eis, wie in einer Eisdiele halt) und geradeaus gehts Stufen rauf, Stufen runter, Treppen, um Ecken... Bis man irgendwann in einem RIEßIGEN Raum steht. Fensterlos natürlich. Das ist wie in einem Bergwerk: man betritt es außen auf dem für die Gegend üblichen Höhenlevel, aber je weiter man rein geht, desto mehr Berg hat man über sich.
Insgesamt sind hier 400 Sitzplätze verteilt. Ehrlich, so ein großes Mägges hab ich Deutschland noch nie gesehen.
Natürlich ist dieses Mägges hoch frequentiert. Nebendran ist die Spanische Treppe, es gibt noch zig andere Touri-Punkte, die Filiale ist über ewige Kilometer hin ausgeschildert UND DANN GIBTS NUR ZWEI KASSEN.
Easy Order gibts in Italien zwar inzwischen auch, aber ich kann das mit meiner deutschen Bankkarte nicht machen und die Italiener... Ja... Weiß auch nicht. Stehen anscheinend gerne ne halbe Stunde in der Schlange. Irgendwas müssen sie ja auch tun, wenn sie schon kaum arbeiten.

Was tut man nicht alles für Free WiFi ;-)
ich stellte mich also in die Schlange und waaaartete.... Laaaaaange....
Da in Italien enorm viele Taschendiebe unterwegs sind, hab ich meinen Rucksack von der linken Schulter runter und mit dem rechten Arm vor dem Bauch gehalten. Zusätzlich habe ich mich ein bisschen nach links gedreht (um der Logik etwas zu helfen: mein linkes Ohr, also der Sprachprozessor [das Ding, mit dem ich hör], nach hinten). Oh, die Sprache kennste doch! Ein jugendliches Päärchen, offensichtlich Touris aus Deutschland.

Sie quatschten über alles Mögliche und zwar mir direkt in den Sprachprozessor.
Dass ihr die Füße weh tun, vor allem (?).
Wie wohl das Wort für Italienisch+Englisch ist? Mit Deutsch ist es ja Denglisch und mit Schwedisch Svenglisch.
Dass sie hier zum Glück niemand versteht. (*räusper* zu meiner Verteidigung muss ich sagen, dass ich mich da schon grinsend kurz umgedreht hatte... Den Zusammenhang haben sie wohl nicht geschnallt.)
Dass er gerne noch ein Eis hätte, aber noch so eis-satt von vorhin ist.
Dass er inzwischen immerhin weiß, was Fragole heißt.
Dass sie nicht weiß, wie sie das alles bestellen soll, weil ihr Englisch doch so schlecht ist...

Als die Frau vor mir fast fertig war, bekam das Mädl hinter mir total die Panik á la sie-ist-ja-bald-dran. Sie kramte die englischen Worte zusammen, aber fand sie kaum. Irgendwann wurde es mir dann zu blöd, ich drehte mich um und sagte ihr, dass hier eh keiner Englisch versteht und sie es, wenn sie schon kein Italienisch kann, es besser mit Deutsch versuchen sollte.
DER BLICK war UNBEZAHLBAR.
Die guckten, als wär ich eine Mischung aus Johnny Depp, Heidi Klum und Dieter Bohlen. :D

Naja, nach ein paar gewechselten Worten drehte ich mich wieder "nach vorne" (also so linkslich) und wartete weiter.
Er sagte leiser, aber für mich immernoch hörbar, zu ihr, dass sie ja zum Glück fast nur über Essen geredet haben und nichts Wichtiges dabei war.

Jedenfalls bestellte ich dann mein Menü (natürlich auf Italienisch - ich wollte mein Essen ja auch essen können ;-) ), als ihm dann ziemlich laut entfuhr "OHGOTT DIE KANN JA ITALIENISCH" :D 
total :D weil ich weiß, was 'mit' heißt und bis drei zählen kann ich auch :D voll italienisch können :D

Hachja :D
Falls ihr das jemals lesen solltet: sorry, dass ich euch solche Schrecken eingejagt habe :D
Es war einfach zu lustig :D
Und ein großes Danke an mein Hirn, dass du mir spontan eingegeben hast, wie ich "zum hier essen" ausdrücken kann :D die Präposition war zwar vermutlich falsch, aber die Verkäuferin hats verstanden und sonst vermutlich auch keiner gemerkt ;-)

 

26.2.15 13:26, kommentieren

Donnerstag, 26.02.2015

Donnerstag Vormittag wurde ich zu Frau S. in die Zeitschriften- und Buchbinder-Stelle geschickt. Juhu, heute ist ja schon Tag 4 von 10 :-) also nichts gegen das Institut; inzwischen find ich es hier sogar ganz nett, aber es steht halt immernoch in Rom.

Als Frau S. jedenfalls am Montag erfuhr, dass Zuhause auch die Zeitschriftenstelle MEINS ist, entfuhr ihr schon ein "ich mag Sie, mit Ihnen kann ich zusammen arbeiten" :D

Ich ging da heute früh also hin in diesen großen Raum, der komplett mit schwarzen und dunkelroten Tapetenflicken zugepappt ist. Minimonitor, Maus funktioniert nur in völlig verkrüppelter Handstellung, aber gut, ich bin ja schon ruhig ;-)

Überraschung: meine Aufgabe bestand darin, bei knapp 200 Bänden den Geschäftsgangsstatus zu ändern. Ich gebe also die Auftragsnummer (BUBI-12345) ein, nehme das 'BB' im Geschäftsgangsfeld raus sodass der Band automatisch verfügbar wird, klicke in ein Datumsfeld, drücke dort F12 (heutiges Datum) und drücke Enter. Knapp 200 mal. Wuhey.  Da kommt Freude auf. Aber okay, das sind stupide, langweilige und zeitfressende Aufgaben, die in Deutschland auf Aushilfen abgeschoben werden, aber da ich auf der anderen Seite ja auch einige teure Chefzeit in Anspruch nehme, kann ich ruhig sowas mal erledigen ;-)

Bei uns mach ich das entweder nebenbei wenn ich sowieso den Exemplarsatz des Bandes bearbeite oder ich schiebs auf Severin, mein Fußvolk, ab *hihi* 

Zwischendrin kam die dritte Zimmerkollegin zur Arbeit. Sie ist Amerikanerin, weshalb ich mit ihr natürlich Englisch geredet hab. Die war lustig. Sie hat mir erzählt, dass die Bücher zum Bookbinder gegeben werden und man den in etwa mit  Buchbinder übersetzen kann ;-) achsoooo ;-)

Später durfte ich noch für ein paar Hefte den Eingang verbuchen, sie gefühlte tausend mal stempeln (würde ich das in Deutschland mit jedem Heft machen, bräuchte mein Tag 14 Stunden...) und ein paar Rechnungen einarbeiten.

 

Mittags gabs wieder das gleiche Panino wie gestern - eigentlich -, allerdings heute warm und das staubtrockene Brot bekam innen ein paar Tropfen Öl ab. Hm. Ist auch ok.  

 

Am Nachmittag war ich bei der Frau, die mir gegenüber sitzt und deren Name ich mir nie merken würde. Die, die morgen nach Deutschland fliegt *neid*. 

Ich saß natürlich schon eine Stunde zu früh wieder am Platz, während sie noch Siesta machte. Irgendwann kreuzte sie zwar auf, aber schrieb noch E-Mails. Also schrieb ich halt auch... Wusstet ihr, dass 'Blog' auf Italienisch 'Praktikumsbericht' heißt? ;-)

Sie ist zu je 50% für Zeitschriften und Erwerbung zuständig. Zeitschriften hatte ich ja schon in der früh, also zeigte sie mir die Erwerbung. Also ich meine, sie hatte es vor... Sie machte ein Beispiel und es war halt rein gar nichts neu. Ok, wir daheim setzen den Status auf "RSV" (Ready to Send to Vendor) und der Chef druckt die Bestellungen dann freitags aus und schickt sie los, wobei der Status automatisch auf "SV" (Send to Vendor) umgestellt wird. In Italien setzt man den Status gleich auf SV, gibt die ISBN im Online-Shop ein und bestellt wie du auf Amazon (außer D., ja, sorry, ich weiß, dass du nichts in diesem neumodischen Internet kaufst).

Nunja. Es war also 14:15 Uhr und so arbeitsmäßig Zeit für Feierabend. Rein von der Arbeitszeit gerechnet hätte man in Deutschland jetzt langsam mal überlegt, ob man eventuell Mittagspause machen könnte ;-)

Ich hab dann noch 992€ ausgegeben und bin danach zu meiner Chefin Frau K. gegangen, von der ich wusste, dass sie noch eine Aufgabe für mich hätte.

 

Dass es um E-Ressourcen (also E-Books, E-Journals und Datenbanken) geht, die in Rom absolute Chefsache sind, wusste ich schon.

Naja, ich ging also rauf, sie freute sich sogar mich zu sehen (wtf?), erklärte mir, um was es in dem Projekt geht, gab mir den Admin-Zugriff auf verschiedene Services (wtf2!), drückte mir einen Katalog voll Unterlagen für diesen Admin-Zugriff in die Hände (wtf3), sagte mir, dass ich mir den morgen reinziehen soll, am Montag noch ne kurze Einführung dazu bekomme und ich ihr dann dabei helfen soll (WTF3!!!).

"Welche Programmiersprachen können Sie denn so?" - "Äääähm... Eher keine.." :D

...

......

Ich werde euch bei Gelegenheit mal erzählen, worum es dabei geht. Momentan bin ich einfach nur platt. Sie hat eine ganze Horde Diplomkräfte unter sich und lässt ausgerechnet MICH sowas machen?...

Sie weiß, dass es eine unheimliche Qualifikation darstellt, wenn man damit umgehen kann. Wir haben Anfang dieses Jahres selbst die Lizenz für eine (die) entsprechende Software gekauft und suchen seit fast 3 Jahren händeringend nach einem Systembibliothekar, also jemandem, der Bibliotheksinformatik studiert hat und damit umgehen kann. 

 

So. Mal gucken. Langsam wird der Speicherplatz hier im Blog knapp. Ich werd nun wohl öfter Bilder auf Google hochladen und euch nur durch die Bilder lotsen.

 

Mooooorgen kommt der Miiiikeeee :D endlich mal jemand, der so normale Sprache kann ;-) und mit dem man ganz viel Schmarrn machen kann statt nonstop businessmäßig höflich blah.

Ich habe ihm schon mitgeteilt, dass ich den Blog trotz seines Besuchs weiter schreiben werde und wir dafür des Öfteren im Mägges zu residieren haben. Ich vermute mal, jetzt gehts dann etwas mehr in die Touri-Berichte, vor allem, da meine E-Ress.-Aufgabe jetzt sowieso sehr lange immer nur das gleiche sein wird.

Mit freundlichen Grüßen

C.

1 Kommentar 26.2.15 13:40, kommentieren

26.02.2015 Personalstruktur

In Deutschland gibt es

- Wissenschaftliche Bibliothekare (WissBibs), die nicht nur Buchschupserei studiert haben, sondern auch noch das Fach ihrer Bibliothek. Mein Münchener Chef, Herr Weber, hat z.B. Buchschupserei und Jura studiert.  Meine Römische Chefin Frau K. hat ihren Dr. in Kunstgeschichte und danach noch ein Studium der Buchschupserei hinterher geschoben. In wissenschaftlichen Bibliotheken übernehmen normalerweise auch sie die Sacherschließung (dass ich das auch teilweise mache, wenn ich ausgelernt bin, ist eine absolute Ausnahme), da sie sich ja fachlich auskennen.

- Diplombibliothekare (DiplBibs), die Buchschupserei studiert haben und in der Regel auf leitenden Positionen sitzen und speziellere Dinge erledigen. Zuhause sind sie für alles außer Zeitschriften und Infotheke/Kundenservice zuständig. In der Uni-Bib erledigen sie alles außer Ausleihe und Infopoint.

- Buchschupsen (Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste, früher Bibliotheksassistenten), auch besser bekannt als 'Niederes Fußvolk'. Wir machen eigentlich alles, was sonst keiner macht. Medien ins Regal stellen, Info- und Servicetheke. Bei uns Zuhause noch die Zeitschriften und Scannen und Anhängen von Inhaltsverzeichnissen. Selten sitzt Niederes Fußvolk z.B. auf Katalogisierungsstellen (kommt aber auch manchmal vor - dann meist eher Leute, die in wissenschaftlichen Bibliotheken gelernt haben).

Unterstützt werden die oft durch studentische Hilftskräfte oder in öffentlichen Bibliotheken auch FSJler oder Ehrenamtliche.

Je kleiner eine Bibliothek, desto größer die Chance, als niedrig Qualifizierter auch eine hohe Stellung zu haben. Auf dem Land z.B. werden Gemeindebibliotheken oft von (wesentlich günstigeren) Bibliotheksassistenten geleitet.

 

In Italien ist das etwas sehr anders. Hier gibt es z.B. im Vatikan eine Bibliotheksschule, aber ansonsten ist das Buchschupsereisystem hier stark hinterher... In Deutschland haben wir es sehr luxuriös.

Die Bibliotheca schaut, dass sie jeden "WissBib" bekommt, den sie bekommen kann, also Kunsthistoriker, die sich Buchschupserei aneignen. Es hat halt einfach für so eine Spezialbibliothek enorme Vorteile, wenn man sich gleich noch mit dem Inhalt auskennt. 

Auf den meisten Stellen sitzen DiplBibs aus Deutschland.

Und dann gibt es noch die Kustoden, heute auch Kommessi genannt. 

Der Kustor kommt aus dem Lateinischen und beschreibt einen Wächter. Früher waren sie in der Bibliotheca Hertziana auch eine Mischung aus Hilfskräften und Portieren. 

Heute gibt es einen eigenen Portierdienst und Kustoden kümmern sich vorwiegend darum Bücher einzustellen, Rari zu pflegen, Signaturschilder aufzukleben falls der Band nicht sowieso neu gebunden und die Signatur gleich eingeprägt wird, erledigen Hilfsarbeiten bei der Digitalisierung und springen ein, wo gerade ein Personal anwesend sein muss. 

Fachlich sind sie ungelernt. Sie stehen hierarchisch eigentlich auf der Buchschupsenetage, vom Hintergrundwissen und der Bezahlung allerdings darunter.

Irgendwie verschwimmt das in letzter Zeit immer mehr. Man sehe sich folgendes Stellenangebot an:

http://www.mpg.de/8983181/aushilfe-bibliothek

Ja, ich kann mehr und mach auch mehr. Aber eben auch nicht viel mehr.

Beispiel: "Zusammenstellen von Zeitschriften für den Buchbinder"

Entweder ich mach das selber oder S. macht das für mich und ich lege den Datensatz dann nur noch im System an. Eigentlich ist das aber eine typische FaMI-Aufgabe, das alles zusammen. Dem Studenten darf ich aber jedes mal hinterher arbeitne. Klar, ist ja auch logisch. Es liest sich so einfach und klingt banal. "Wenn die Hefte 1-12 da sind, leg ich sie auf einen Stapel". Das ist es aber nicht. Man muss mit den Datensätzen umgehen können, mit den Exemplarsätzen, mit den Lieferanten, der Erscheinugsweise, Inhaltsverzeichnissen, Beilagen, Einbanddecken, Musterpappen, dem Buchbindereiwesen. Es hat schon seinen Grund, warum ich das seit mehreren Jahren den größten Teil des Tages mache und trotzdem jede Woche etwas Neues lerne. Klar, ausgelernt in dem Sinne ist man nie, aber ich meine wirklich noch Ausbildungslernen.

Was also macht mich als Fachkraft noch aus, wenn 70% meiner Arbeit von ungelernten Aushilfen erledigt werden soll?

26.2.15 21:16, kommentieren

Freitag, 27.02.2015

Oh man. Strahlend blauer Himmel und ich ziehe sogar noch ein T-Shirt unter den Pulli bevor ich eine Jacke drüber ziehe um über die Straße ins Institut zu gehen. Bei 12°C. Ich verweichliche. In Deutschland hätte ich bei -5°C mit weniger Klamotten an der Bushaltestelle gestanden und nicht gefroren.

Heut soll ich mich in das E-Ress.-Projekt einarbeiten und  dazu die vLib predefined set Kunstgeschichte und die DBIS Auswahl Kunstgeschichte mit dem Worldcat Discovery Service abgleichen.

Ein Discovery Sevice ist ganz grob eine Metasuchmaschine, also eine Möglichkeit um in verschiedenen Datenbanken gleichzeitig zu suchen. Beispiel: wir haben unseren Bestand katalogisiert. Andere Bibliotheken haben auch Kataloge. Man kann natürlich in jedem Katalog einzeln suchen. Wenn ich aber wissen möchte, welche Bibliothek ein Werk hat, suche ich in einer Metasuchmaschine, die die Kataloge von möglichst vielen Biblioheken im Index vereint. 

 

So.  Das war ja nur ein anschauliches Beispiel für eine Metasuchmaschine. Ich werde mit dem Worldcat Discovery Services arbeiten. Der Worldcat ist weltweit die größte bibliographische Datenbank. Es arbeiten viele Bibliotheken aus quasi allen Disziplinen mit um so *schnell google* auf 300 Millionen Einträge und 1,9 Milliarden Bestandsnachweise zu kommen.

Die vLib (Virtual Library) ist eine Metasuchmaschine der Max-Planck-Gesellschaft, die verschiedene über die MPG zugängliche Datenbanken und Kataloge anderer Medien vereint.

DBIS ist ein Datenbankinformationssystem. Übe DBIS ist es möglich, verschiedenste wissenschaftliche Datenbanken zu nutzen. Manche Zugriffe werden finanziell gefördert und sind daher überall oder nur in Deutschland kostenlos nutzbar und andere sind lizenziert. Wenn man links auf "Bibliotheksauswahl" klickt und das MPI für Innovation und Wettbewerb auswählt, sieht man alle über uns zugänglichen Datenbanken und wie der Zugriff geregelt ist. Ja, obwohl wir uns mit einem juristischen Gebiet beschäftigen, haben wir Zugriff auf Datenbanen vieler verschiedener Disziplinen. Das liegt daran, dass Datenbanklizenzen in der Regel zentral von der Generalverwaltung erworben werden und dann jedes MPI darauf Zugriff hat.

http://rzblx10.uni-regensburg.de/dbinfo/index.php?ref=about  

 

So. Damit ich für die nächsten Tage auch noch was habe, belasse ich es jetzt bei diesen Erklärungen und werde den Worldcat Discovery Services nun mit den kunsthistorischen Inhalten der vLib und DBIS vergleichen und mich in die Administration von DBIS einarbeiten.

Wofür das gut ist, warum ich das machen darf, was Primo ist und ob wir Primo auch Zuhause haben erzähle ich euch vielleicht nächste Woche.

27.2.15 09:20, kommentieren

Samstag, 28.02.2015

Der Mike ist da!

Und er hat sogar ein hygienegeprüftes Klo! *neid*

 

 

Heute sind wir nach Ostia ans Meer gefahren.

Die Fotos sagen alles

https://drive.google.com/folderview?id=0B_fof26zZ1BeMGZnVmp1ZW5NZTg&usp=sharing

 

Obwohl ich mir die Hose hochgekrämpelt habe, war ich bis zum Arsch klatschnass.  Nach einer Stunde in der Sonne Sitzen war ich zumindest vorne halbwegs trocken und wollte mal das Klo ausprobieren.

Es wäre besser gewesen, diese Erfahrung nicht zu machen. Das Klo war im Grunde in der Mitte des Verkaufsraumes eines Cafés und nur abgetrennt durch vier Spanplatten. In diesem "Raum" gab es dann in der einen Ecke ein kleines Steinpodest auf dem eine Keramikschüssel stand. Mehr nicht. Alles mögliche lag darin .... ....

....

Dass es in Italien kaum Klobrillen gibt, ist ja normal. Aber dass es auch kein Klopapier und vermutlich nichtmal eine Spülung gibt, ist schon enorm eklig gewesen. 

Und so machten wir uns ebne auf die Suche nach dem Burger King der Werbeplakate, damit ich dort aufs Klo gehen konnte. 

Adresse war aber Fehlanzeige. Keine Ahnung, wo das war. 

Also sind wir zurück zum Bahnhof, um nach Hause zu fahren. Am Bahnhof überredete mich Mike, mal die Klos dort anzugucken, weil die Putzfrau grad drinnen war. Tada - es war sogar im Vergleich zu mir Zuhause total sauber :D

 

Nach einem kurzen Abstecher in Ostia Antica sind wir weiter zum Colloseum gefahren und vor den Menschenmassen in noch mehr Menschenmassen in der Metro geflüchtet :D

 

Zum Glück hat Mike im Hotel Wlan, sodass wir nicht jeden Abend zum Bloggen im Mägges essen müssen. In Italien schmeckts beim Mägges nämlich wirklich... Naja.... Scheiße. Im Vergleich zu hier sehen die Burger in Deutschland 1:1 so aus wie auf den Bildern und schmecken vorzüglichst. Naja, was erwartet man auch von Italien...

28.2.15 19:22, kommentieren