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Sonntag, 01.03.2015 - Nachträge zu gestern

ich möchte euch heute noch zwei Dinge von gestern erzählen.

 

Zum einen sind wir nach mehrmaligen Drängen von Mike am Samstag Abend zum McDonalds am Fontana di Trevi statt zu dem nach Spagna an der Spanischen Treppe gegangen. 

Eine sehr gute Entscheidung!

Hier bekam man genau das, was man bestellte, es war korrekt gebaut und lecker, es gab Mayonaise, es war sauber(er) [ für deutsche Verhältnisse naja... Wenns sein muss, aber für Rom schon geradezu steril] UND es gab eine Dachterrasse! :D

Wunderbar. 

 

 

 

Und zum anderen schrieb Mike in einem seiner vorbildlichen Blog-Kommentare, dass wir DGS üben würden. 

In diesen Genuss kam er auch tatsächlich gleich unfreiwillig, als mir in Ostia Antica (zur Erinnerung: die antike Stadt am Meer) die Batterien leer gingen und ich keinen Ersatz dabei hatte :D Hihi. Mike kennt das ja schon vom Schwimmen (also dass wir miteinander kommunizieren und ich nichts höre), aber jetzt kann er ja schon ein bisschen gebärden. :D

1 Kommentar 1.3.15 16:30, kommentieren

Sonntag, 01.03.2015

Heeeeute waren Mike und ich beim Papst. Wir fuhren nach Vatikan City, schauten uns den Petersplatz an (für den Petersdom gab es unendliche Schlangen) und erlebten dann mit, wie sich der Papst in einem Fenster seines Hauses über dem Petersplatz zu sehen gab und sogar eine Predigt hielt.

Er erzählte etwas von der Bedeutung der Liebe und fragte, ob wir glauben, dass man damit alles erreichen kann und am Schluss gab es ein Ave Maria und er wünschte uns ein gutes Mittagessen.

 

Danach sind wir quer durch die Stadt gewandert, waren beim Mausoleom, nochmal beim Piazza del Popolo, sind rauf zur Villa Borghese und danach nach Hause. ich war ja schon dauernd am Jammern wegen der Füße... ;-)

 

Fotos wie immer auf Google.

 

*wimmer* nichtmal den Tiber dürfen kleine Menschen sehen :-( (meine Augenhöhe)


1.3.15 19:02, kommentieren

Montag, 02.03.2015

Der Montag begann soo kalt. Obwohl es ca. 10°C warm war und ich in Deutschland quasi nie friere, fror ich. Es regnete und war einfach bäh.

Ich ging ins Institut, hielt ein kleines Pläuschchen mit der Putzfrau (die nur Italienisch kann) und widmete mich wieder dem E-Ress-Projekt, bis irgendwann die Bibliotheksleiterin bei meiner Zimmerkollegin anrief und sagte, ich soll alles stehen und liegen lassen und sofort zu ihr kommen.

Oh oh....

Aber soo weh tat es gar nicht ;-) 

Ich lernte eine andere Praktikantin kennen, die ab heute drei Monate in der Digitalisierung mitarbeiten wird und bekam mit ihr eine Einführung in Lupa. 

http://lupa.biblhertz.it/

'Digitalisierung' ist ein sehr weiter Begriff. Im Grunde ist einfaches Scannen schon Digitalisieren. Das mag für manche Zwecke ja ausreichen, nicht aber für wissenschaftliches Arbeiten. Bei Lupa werden Bücher gescannt, die Überschriften und Kapitel von Hand in einen digitalen Index eingegeben (eine Software, die Text erkennt und so durchsuchbar macht, funktioniert bei so alten Werken nicht) und dann mit Datensätzen (z.B. Personendaten, Daten von Bauwerken, von Orten und Plätzen etc), einer Landkarte und anderen Datenbanken verknüpft.

Man kann also z.B. auf der Landkarte nach einer Chiesa suchen und bekommt dann dazu den Datensatz des Bauwerks, eine Liste von Medien, in denen dieses Bauwerk in irgendeiner Art behandelt wird, evtl. Bilder dazu und eine Verlinkung zu anderen Datenbanken und Katalogen anderer Bibliotheken.

Die andere Praktikantin wird die nächsten drei Monate damit verbringen, diese Scans mit dem Originalwerk zu vergleichen, es zu indexieren und zu verknüpfen. 

Sie hat danach noch von Marella eine Erklärung bekommen, wie die PDFs dann angelegt und strukturiert werden, aber da habe ich nicht mehr dran teilgenommen, denn sie spricht so schnell und undeutlich, dass ich ihr Italienisch kein bisschen verstehe. Zuhause erstellen wir ja auch PDFs (von Inhaltsverzeichnissen und mit OCR-Software zur Unterstützung) und daher habe ich sowas ja schonmal gesehen.

 

Am Abend besichtigten Mike und ich das Kolosseum nochmal genauer von allen Seiten und gingen danach in einem Schicki-Micki-Edel-Restaurant essen.  Einmal eine italienische Spaghetti alla Bolognese ohne Löffel musste schließlich sein.

2.3.15 20:01, kommentieren

Dienstag, 03.03.2015 Ekeleintrag

Heute kommt der Felix. Da das daher vermutlich ein Mike-Felix-ich-Tag wird und ich außer dem E-Ress.-Projekt, das langsam ziemlich fachlich wird, nicht allzu viel Blogtaugliches zu berichten habe, ist heute Zeit für den Ekel-Eintrag :-)

Zarte Gemüter scrollen daher nicht weiter, sondern warten einfach bis morgen.

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Nicht nur Gammel, sonern auch lange Haare. 2015 waren vor mir nur Männer in diesem Zimmer...

 

 

 

Auf den Tellern sind Fettschichten. Ich bin mal probeweise mit dem Finger drüber gegangen und konnte Bildchen malen. Das zu fotodingsen ging leider nicht. 

 

 

 

 

Und zu guter Letzt neben dem Kopfende des Bettes was zum Kuscheln:

 

Die drei Meisen (Ameise, Bmeise und Cmeise), die in der Steckdosen wohnen, vermissen ihren Kuschelschimmel bestimmt schon.  Sie laufen noch oft darüber, wo er war. Die Armen :-(

 

Am ersten Mittwoch hat die Putzfrau den Schimmel ja abgekratzt. Inzwischen sind die Farbschichten  darunter schon wieder fächerartig aufgeblättert, weil die Feuchtigkeit so hoch ist.

 


3.3.15 16:20, kommentieren

Mittwoch, 04.03.2015

Der gestrige Tag endete spontan und unfreiwillig ziemlich kacke. Dafür gab es heute zum Frühstück echtes fränkisches Bamberger. Mitten in Rom.

Auf meinen nackten Nachbarn hätte ich allerdings verzichten können ;-)

Blauer Himmel, die Sonne scheint, es kann gar nicht so kalt sein und trotzdem friere ich trotz T-Shirt, Pulli und Jacke. Langsam habe ich den Titel Eiszwerg schon nicht mehr verdient.

Naja, abwarten, wie es Zuhause ist. Noch 3 mal schlafen, drei mal aufwachen und als erstes den Schimmel sehen, dann hab ichs geschafft. 

 

Meine heutigen Tätigkeiten sind allesamt sehr speziell.

Es fing an damit, dass ich ein paar Bestellungen angelegt habe. Während das bei uns Zuhause in der juristischen Bibliothek pupseinfach ist (naja, für mich zumindest, aber ich mag meinen Job ja auch :-P ), ist das bei kunsthistorischen Medien schon deutlich schwerer.  Die meisten haben keine ISBN und die sonstigen bibliographischen Daten sind oft völlig fürn Popo. Manchmal geht es nur um Auktionskataloge, Ausstellungsflyer oder Aufsätze. Zu wichtigen Werken gibt es idR auch 345873 Bücher, die nur dieses eine Werk behandeln. Entsprechend gibt es dann halt auch 345873 Bücher, die alle gleich heißen ("Name XY - Seine großen Werke" ). Ohne ISBN wirds jetzt schon schwerer. Dann erscheinen sie alle in den gleichen drei Verlagen (noch schwerer, ein weiteres Identifikationsmerkmal weg) und die Jahresangaben sind oft entweder nur Zirka-Angaben, nicht vorhanden oder alle die gleiche. Viel Spaß :D

 

Im Laufe des Vormittags widmete ich mich dann der DBIS-Administration.

DBIS ist an sich quasi tot, aber da es kaum Vergleichbares gibt, wird es von ein paar eisernen Bibliotheken weiter gepflegt, Rom zum Beispiel. Die vLib (wer jetzt den Blogeintrag zu Worldcat, vLib und DBIS nicht gelesen hat, hats schwer ;-) ) verzeichnet ja nur Datenbanken, die sie selbst lizenziert hat. In der DBIS dagegen kann jede Bibliothek Datenbanken einbinden, die es halt so gibt, egal ob lizenzpflichtig oder kostenlos. So findet man mit einem Klick auf sein Fach fast alle Datenbanken dazu, die man sonst vielleicht nur zufällig irgendwie bei Google gefunden hätte. 

Im Grunde ist DBIS nur ein bisschen HTML in das die Links zu den Datenbanken eingebunden wird. Noch die Icons über die Verfügbarkeit (grün = für alle kostenlos, gelb = für das Institut lizenziert usw.) und ein paar andere Spielereien, fertig ist der Service. Ich durfte nun also ein bisschen rumspielen und genau das tun :-) dazu die benutzereigenen Informationen (Ansprechpartner - u know, der ist ja nun gestorben) ändern und Chefin ist zufrieden.

Die Farbe und das Layout ist ja auch nicht das allerschönste. Man kann als Bibliothek allerdings sein eigenes CSS entwerfen und hochladen, sodass DBIS fast sogar hübsch werden könnte, wenn man dann links in der Ansicht die entsprechende Buchschupserei auswählt ;-) Beispiele: Universitätsbibliothek der RWTH Aachen oder  die Hochschule Ansbach. Sowas ist was, was ich machen könnte. ODER

 

Ooooooder ich mach was anderes ;-)

Da gehts nämlich um Recherche. Eigentlich ist 3/4 meines Berufs Recherchieren. Es gibt da so jemanden, der ist der Meinung, Googlen kann doch jeder, was soll man das noch drei Jahre lernen.  Das, was ich recherchieren soll, kann man aber nicht googlen.

Hat schonmal jemand was von Gallica gehört? Nein, das hat nichts mit Asterix und Idefix zu tun, sondern ist eine, nein, DIE große französische Mediendatenbank. Quasi sowas wie die Deutsche Nationalbibliothek nur noch viiiiel umfangreicher, spezieller. Oh, es regnet ;-)

Jedenfalls bin ich nun auf der Suche nach Services wie Gallica, die Digitalisate, im besten Fall wissenschaftlich nutzbar aufbereitet, anbietet - alles natürlich im Bereich kunsttheoretischer Schriften. Je spezieller, desto besser.

Für französische Werke ist das mit Gallica schön einfach. In Frankreich ist das Buchschupsereisystem *Melanie angrins* aber auch sehr zentralisiert und daher MUSS diese eine staatliche Organisation das so anbieten, wenn sie nicht mit ihrem Entwicklungsstand zurück nach Afrika möchte.

In anderen Ländern wirds jetzt schon schwer.

Die Bibliotheksleiterin (vorübergehende, der Chef ist ja gestorben) hat sich diese Aufgabe extra für mich aufgehoben, weil sie denkt, dass ich als Bibliothekarin (äh *räusper* ich hab das nicht studiert) da viel erfolgreicher sei als eine Kunsthistorikerin. Ich kenne buchschupserische Services, wichtige Seiten, weiß, wie man effektiv recherchiert und äh.. Ja, go. Est-ce que quelqu'un ici parlent francais?

4.3.15 20:09, kommentieren

Donnerstag, 05.03.2015

Nur noch zwei mal schlafen. Zwei mal aufwachen und zuerst den Schimmel sehen.

Es regnet in Strömen. Da Felix ja keinen Schirm hat, hab ich ihm gestern meinen gegeben. Folglich musste ich heute ohne Schirm über die Straße ins Institut. Als ich hier war, war ich aufgeweicht. Mein Frühstückspanino, das ich aus Appetitlosigkeit für später mitgenommen habe, kann ich wegschmeißen, weil es so nass wurde. Die Via Gregoriana ist der Weg von der Spitze eines Berges ins Tal und entsprechend fließt das Wasser förmlich nach unten.

So langsam komme ich hier an. Jeden Morgen treffe ich die Putzfrau und halte mit ihr einen kleinen Plausch und jeden Tag verstehe ich ein bisschen mehr und kann ihr mehr erzählen. Klar mache ich viele  Fehler, aber sie versteht mich trotzdem und hin und wieder korrigiert sie mich. 

Dann bin ich durchs Parlatorium in den Palazzo Stroganoff (anderes Gebäude) gegangen, wo mein Schreibtisch schreibtischt, und habe glatt die Kustoden beim Frühstückskaffee getroffen. Wieder mit ihnen ein bisschen geplaudert, wieder mehr verstanden, wieder mehr selbst sagen können, wieder etwas gelernt.

 

Es ist irgendwie schade, angefangene Sprachkenntnisse so verkümmern zu lassen. 

Englisch brauch ich dauernd. In der Arbeit Zuhause ist alles englisch.

Gebärdensprache ;-) kann man immer mal gebrauchen und wenn man gerade beim McDoof sitzt, den Mund voll hat und was sagen will, gell, Mike ;-)

Latein brauch ich auch dauernd. Ständig stoße ich auf Fremdwörter, die ich mir so erschließen kann. Diese ganzen Akademiker (Juristen) sind in der Regel sehr eloquent bauen in jedes Gespräch mindestens ein Wort ein, das bisher nicht in meinem aktiven Wortschatz vorhanden war und ich mir so erschließe. Das mag ich, denn ich werde gerne gefordert und lerne Neues.

Italienisch.. Ja.. Italienisch hatte ich drei oder vier Jahre in der Schule, dann fünf Jahre lang nichts mehr außer "Pizza" und "Pasta" gesagt, alles vergessen und nun wieder reaktiviert. Es ist erstaunlich, wie viel zwei Wochen Ausland mir trotz 1) meiner Lernresistenz und 2) deutscher Kollegen und fast nonstop deutschem Besuch gebracht haben.

Aber nun werde ich mein Italienisch wieder auf die Beschriftungen von Tiefkühlnahrung beschränken. 

Schade eigentlich. Extra gelernt und dann wars umsonst. Aber ich werde weder zurück nach Italien noch z.B. eine Brieffreundschaft nach Italien aufbauen.  Ich will es nicht schreiben, sondern wenn, dann reden.

Also dann wohl eher nicht. 

 

 

Gestern fand ich meine Arbeit so toll, dass ich um 17:05 Uhr nur wegen Felix Feierabend gemacht habe, aber alleine noch mindestens eine Stunde geblieben wäre. 

Heute dagegen finde ich keinen richtigen Anfang.  Ich habe schon drei verschiedene Tätigkeiten zur Auswahl (Bestellen, Recherchieren, CSS) und komme in keine so richtig rein.

Gedanklich bin ich schon Zuhause, aber was sein muss, muss sein. Bis heute Abend oder morgen dann *wink*

5.3.15 09:11, kommentieren

Donnerstag, 05.03.2015 Arbeitsmoral

Dass die Italiener es nicht so mit Arbeiten haben, ist ja allgemein bekannt. Ich zitiere nur zu gerne jemanden "Wenn du dich fragst, wann die Italiener überhaupt arbeiten: DAS frage ich mich auch" ;-)

Auszug aus unserem Entrata-Uscita-Buch: 

 

 

 

Eine meiner Zimmerkolleginnen kam heute den vierten Tag in dieser Woche zu spät.

Gestern war sie gegen 10:00 Uhr hier. Da wir aber von 9:30 Uhr bis 15:30 Uhr Kernzeit haben, d.h. in dieser Zeit da sein MÜSSEN, hat sie in das Buch 9:30 Uhr geschrieben und vermerkt, sie hätte ihre Tessera (Stempelkarte zur elektronischen Zeitverbuchung) vergessen. Somit glatt mal um ne halbe Stunde betrogen und Verschlafen nicht angegeben. 

 

Im Übrigen ist unser Münchener Bestandszuwachs fast doppelt so groß wie der Römische bei knapp halbem Personal. Ok, hier wird etwas mehr digitalisiert, dafür haben wir noch andere Projekte, die sie hier nicht machen.

Typisch südeuropäische Gelassenheit ;-)

5.3.15 11:36, kommentieren

Donnerstag, 05.03.2015 Gesundheit, Ernährung und Fitness

An die mitlesenden Psychos :-) es könnte sein, dass dieser Eintrag ES triggert *vorwarn*

 

Ich möchte ein paar Worte über die Ernährung, Fitness und damit auch Gesundheit hier in Italien verlieren.

 

Aufgrund ekelhafter Zustände (ich erinnere an die Fettbildchen in den Tellern) koche ich hier nicht. Ich war in der ersten Woche ein paar mal beim Mägges, einmal mit Mike im Schicki-Micki-Restaurant und den Rest der Zeit ernähre ich mich hauptsächlich von Panini bzw.  mit gekochtem Schinken oder Nutella belegten/bestrichenem Pane (eine Art Weißbrot in allen möglichen Formen).

Mike brachte mir aus Deutschland die grünen Pringles (Sour Cream & Onion) mit, weil Mitbringsel von Zuhause, ich mag die und es gibt sie hier nur enorm überteuert an den Süßigkeiten-to-go-Ständen für Touris.

Voll größter Vorfreude naschte ich also die ersten und goss literweise Trinken hinterher. So viele Gewürze war ich gar nicht mehr gewohnt. Zuhause gibt es nicht oft Maggi, aber der Unterschied zwischen "meistens selbst kochen aber zwischendrin auch Fertigfraß" und "ne Woche fast nur langweiliges Panini mit ungewürztem Schinken oder Nutella" ist echt gewaltig. Quasi ein Schock.

Auch ist mir aufgefallen, dass ich hier viel weniger und viel seltener esse. Man gewöhnt sich daran, weniger zu essen, wenn man das ein paar Tage gemacht hat. Man hat viel seltener Hunger und ist dann viel schneller satt.

Zuhause esse ich beim Mägges z.B. ein mittleres (also kleines) Menü und bin idR dann schon ziemlich satt. Hier kippe ich die Hälfte der Pommes generell aufs Nachbartablett..

Als ich neulich mit Mike am Meer war, habe ich um 10:30 Uhr ein bisschen was gefrühstückt (in Deutschland wäre ich davon nicht satt gewesen, hier schon),  gegen 13:30 Uhr oder so gab es ein Eis (aber ein normales, nicht so italienische XXXXL-Portionen) und irgendwann um 20:00 Uhr gingen wir dann Abendessen, aber ich ging auch nur wegen Mike. Alleine hätte ich rein vom Hungergefühl noch nichts gegessen.

Ja, es ist ja bekannt, dass ich unter psychischer Belastung aufhöre zu essen und dass ich grad in Optimalform bin, kann ich auch nicht behaupten. Aber ich wage zu behaupten, dass man sich an das Essen als Tätigkeit gewöhnt. Essen ist immer irgendwie Teil des Alltags. Man isst automatisch, auch wenn man mal keinen Hunger hat. 

Heute früh musste ich mich zum Frühstück quasi zwingen - wie jeden Tag. Ich stehe auf, mach mich fertig, geh in die Küche und belege mir ein Pane.  Ein paar Bissen esse ich auch wegen des "Du musst doch was essens", aber den Rest nehme ich mit in die Arbeit.

Neulich Mittag bin ich kurz nach Hause, habe mir etwas aus dem Kühlschrank genommen und mich mit dem Becher auf dem Bauch ins Bett gelegt. Eine halbe Stunde später hab ich den Becher wieder in den Kühlschrank gestellt und bin zurück zur Arbeit - ohne Hunger. 

Heute Mittag habe ich mir ein Pane belegt. Ich habe wieder ein paar Bissen abgeknabbert, der Rest liegt neben dem Frühstücksrest neben der Tastatur. 

Reine Gewohnheit. Ich hab mir hier angewöhnt, wenig Hunger zu haben und wenn, dann schnell satt zu sein, aber das ist ja auch in Ordnung. Ich esse ja nicht nichts und dem Kreislauf gehts auch prima. 

Meine Kollegin geht mittags IMMER warm essen und kocht sich abends IMMER Zuhause nochmal selbst etwas. Ich frage mich, wie sie das schafft. So viel kann doch keiner verdauen...

 

Fitness. 

Rom ist klein, aber viele Menschen wollen rein (warum eigentlich?). Folglich haben die Häuser eine kleine Grundfläche und dafür zig Stockwerke. Natürlich Altbau, sodass zwischen jeder Etage 30-40 Stufen liegen und die Aufzüge entweder nicht vorhanden sind oder so abseits liegen und so klein sind, dass man doch lieber läuft.

In der Stadt läuft man fast nie eben, ständig geht es bergab, bergauf oder man darf Treppen steigen. 

Ich wohne Zuhause in München im vierten Stock und laufe sehr oft. Auch von und zur U-Bahn wähle ich oft die Treppe statt Rolltreppe. Trotzdem hatte ich die ersten Tage hier soooo einen Muskelkater im Arsch und bin meiner Chefin kaum hinterher gekommen, wenn wir zusammen wo hin mussten.

Inzwischen ist das total normal. 4 Altbaustockwerke runter, zwei Häuser weiter, 6 Stockwerke hoch, 6 Stockwerke runter, zwei Häuser zurück, 4 Stockwerke rauf innerhalb von 10 Minuten - mehrmals am Tag, dazu zusätzlich bei Arbeitsbeginn und -ende sowie zu Beginn und Ende der Pausen, für Termine, die Foresteria liegt auch im ersten Stock - alles kein Problem.

Nach der Arbeit und am Wochenende war ich bisher immer unterwegs. In der ersten Woche bin ich jeden Tag nie unter 2 Stunden durch die Pampa spazieren gegangen.

Jetzt weiß ich, wie die Italiener ihre Tonnen von Pizza und Pasta wieder abtrainieren ;-)

 

Hatschi - Gesundheit.

Die Luft hier ist unheimlich dreckig. Ab Mittag sieht man den Smog in der Luft schon förmlich. Die Wände in der Foresteria sind so feucht, dass ich selbst nach einer halben Stunde Lüften das Gefühl habe, hier herrschen Optimalbedingungen für Treibhauspflanzen. Natürlich nicht zu vergessen der ganze Schimmel.

Lecker.

Außerdem ist das Wasser total krass. Ich weiß echt nicht, was Leute, die hier leben, anders machen. Egal mit welcher Pflege, nach einer Woche hier Duschen kann ich in Bepanthen baden. Meine Haut reißt auf, ich blute von Kleinigkeiten, teilweise sogar schon einfach nur vom Abtrocknen. Ich hatte eine Wunde am Bein, die sich prompt entzündet hat, obwohl sie im Flugzeug nach Rom schon fast verheilt war. 

Ich frage mich, wie die Leute hier so alt werden können...

Für meine Ernährung und Fitness war es hier sicherlich ganz gut, aber die zusätzlichen Belastungen sind schon enorm..

5.3.15 13:49, kommentieren

Donnerstag, 05.03.2015 Teil 4

Sohoo. Ich habe mich heute größtenteils meiner Rechercheaufgabe gewidmet. Du erinnerst dich? Das mit den kunsttheoretischen Datenbanken, das die Bibliotheksleitung extra für mich aufgehoben hat, weil ich das als Buchschupse bestimmt besser kann als Praktikanten, die aus der Kunstgeschichte kommen.

Nunja. 

TADAAA :D Aufgabe ganz wunderfein erfüllt, obwohl die Chefin vorher selbst nichtmal wusste, ob die überhaupt erfüllbar ist.

Hachja. Morgen ist ja mein letzter Tag. Besprechung dieser Aufgabe(n), Abschlussgespräch, Tessera abgeben und dann Koffer packen.

Vielleicht sollte ich sie doch um ein Zeugnis bitten...

5.3.15 16:59, kommentieren

Freitag, 06.03.2015

Die Kollegin, die diese Woche vier mal zu spät kam, regte sich gerade darüber auf, dass ein Bus heute ausgefallen ist und sie deshalb 15 Minuten in der Kälte stehen musste. KÄLTE. Blauer Himmel, strahlender Sonnenschein, es ist WARM. Man. Mädchen ;-)

Die andere regte sich neulich darüber auf, dass die Mieten hier so hoch sind (2000€ waren ihr zu viel, aber als kein Mieter gefunden wurde und der Preis auf 1500€ gesenkt wurde, sah sie sich die leere Wohnung doch mal an), aber erzählt gerade, dass ihre Putzfrau gestern da war. Sie ist Dipl.-Bib...

 

In der Mittagspause habe ich festgestellt, dass es in der Foresteria keinen Strom mehr gibt. Merkwürdigerweise aber nur in unserer Wohnung; im restlichen Haus funktioniert alles. Hoffentlich ist das bis Feierabend behoben. 

So. Ich gehe nun zum Gespräch zu meiner Chefin.

Ich weiß nicht, ob ich danach noch groß Zeit und Gelegenheit habe, hier zu schreiben. Ggf. also dann bis zum letzten Blogeintrag morgen Abend / übermorgen früh ;-)

6.3.15 13:39, kommentieren

Freitag, 06.03.2015

So. Weiter gehts mit der Geschichte.
Ich wusste ja also von dem Stromausfall. Um 14:30 Uhr hatte ich den Termin bei meiner Chefin und im Anschluss huschte ich schnell (unerlaubt) nach Hause, um zu gucken, ob ich wieder Strom habe. Nein. Das ganze Haus hat Strom (zum Glück, sonst kommt man nichtmal zur Haustür raus....), nur unsere Wohnung, die Foresteria, nicht.

Also bin ich zurück, wiedermal zwei Gebäude weiter, 6 Altbaustockwerke rauf etc, ihr kennt das ja schon, zur Direzione. Ich fragte einfach mal die, die bisher meistens keine Ahnung von irgendwas hatte, aber die ich wenigstens schon kannte, wer für die Foresteria zuständig sei. Zu meiner Überraschung mischte sich ihre Bürokollegin ein, dass sie das wäre. Aha, sie ist also die berühmte Frau R., die meinen Aufenthalt hier im Institut verwaltete. Lernen wir uns also auch mal kennen.

Jaaa, naja. So wirklich zuständig fühlte sie sich trotzdem nicht und schickte mich wieder weg. Äh... Wie? Ich habe keinen Strom, nichtmal warmes Wasser und die Verwaltung schickt mich wieder weg? Wtf? Soll ich im Dunkeln sitzen und mit Eiswasser duschen?

Naja, durchsetzungsstark wie ich sein kann ging ich zum Portier und begann bei ihm meine Reise auf der Suche nach einem Fachmenschen. Ein Institut mit fünf Gebäuden muss ja schließlich jemanden haben, der sich damit auskennt.

Ich fragte mich also durch bestimmt 8 oder 10 Leute - natürlich auf Italienisch -, bis ich einen Hausmeister fand, der mich wiederum zum Elektriker schickte und TADA, der auch in die Foresteria stiefelte, um sich das anzusehen.

Während er sich auf den Weg in die Foresteria machte, räumte ich meinen Schreibtisch leer. Zurück in der Wohnung stellte ich fest, dass er tatsächlich hier war, aber schon wieder weg ist. Funktioniert hat immernoch nichts.

Also Sachen hingestellt, wieder rüber, zwei Gebäude weiter, 6 Altbaustockwerke rauf ... zu Frau R., die mir berichtete, dass das ein Schaden am Quatrroirgendwas ist, also dem Verteilerdingens, und dafür die Stadtwerke zuständig seien, weil unser Elektriker das nicht machen darf. Sie habe sich schon darum gekümmert und bei den Stadtwerken einen Notfall angemeldet. Ich soll doch jetzt bitte nach Hause, dort auf den Elektriker warten, der zwischen jetzt und morgen Mittag kommt, und der Portier bringe mir nachher noch Taschenlampen.
Ahja, okay.

An die italienische Arbeitsmoral denkend sah ich mich schon mit Eiswasser duschen.

 

Ich bin also nach Hause, hab schonmal Koffer gepackt etc., als ein paar Minuten später Frau R. mit dem Portier in der Tür stand. Sie stellten mir zwei XXXXXXXL-Taschenlampen hin (wie soll ich Zwerg die bitte halten?) und zeigten mir eine akkubetriebene zusätzliche Lampe. Die Genies haben aber nicht bedacht, dass sie den leeren Akku kaum bei mir laden können und waren erschrocken, als aus meiner Steckdose kein Strom kam....

Ach.
Menschen mit Hochschulabschluss, sag ich nur.
Genies.

Also sind die beiden Leuchten mit der Akkulampe im Gepäck wieder abgedampft.

Obwohl ich Zuhause bleiben sollte, musste ich ein paar Stunden später einfach mal raus. Es wurde ja sowieso schon so dunkel, dass ich nichts mehr machen konnte. Die Spanische Treppe ist ja nebenan und genau die wollte ich einfach mal runter und wieder rauf laufen. Ich machte mich also auf den Weg und war noch nichtmal am Kopf der Treppe, als ich ein Handwerkerauto vor dem Institut einparken sah (ich wollte schon immer mal sehen, wie jemand links rückwärts auf einem steilen Berg einparkt).

Also ging ich wieder zurück zur Foresteria, wartete dort auf sie und naja, da fing der Spaß erst richtig an. Weder der Portier noch sie sprachen ein Wort Englisch oder gar Deutsch und wie schlecht es um mein Italienisch steht, ist ja allgemein bekannt.

Erst wollten sie wohl wieder gehen, aber als mir dünkte, dass ihnen nur eine Leiter fehlte und ich wusste, dass im Wandschrank genau so eine steht, dauerte es nur noch 15 oder 20 Minuten und die Fernbedienung, die zum Aufladen noch in der Steckdose steckte, leuchtete auf :-)

Oooh man. Hauptsache nochmal richtig viel Action.

6.3.15 19:11, kommentieren

Samstag, 07.03.2015

Sooo. Ich sitze gerade vor dem Gate und warte auf das Boarding.

Ich muss euch nachher oder morgen unbedingt noch von meinem Mitbewohner erzählen, der hatte mich heute früh noch sehr positiv überrascht. 

 

Hier sind sooo viele Deutsche. Aber das Mägges am Aereoporto (man muss ja was frühstücken) ist auch nicht besser als die in Rom. Italien halt. 

Am Montag steht der erste Mägges-Besuch in Deutschland an ;-)

 

Ich hatte ja erst etwas Bedenken, ob die mich mit dem Implantat wirklich so einfach durch die Sicherheit lassen wie in München, weil Cochlea Implantate bzw. generell Gehörimplantate in Italien noch nicht so verbreitet sind wie in Deutschland bzw. sogar in München (ist ja eine Gehörlosenhochburg). Aber das ging alles wunderbar. Den Implant-Ausweis konnten sie ja nicht lesen weil er auf Englisch ist :D aber ich durfte trotzdem einfach an den Nacktscannern vorbei zur Fummelkontrolle. 

 

Meeensch, nachher endlich mal wieder ne saubere Dusche (ok, Mitte des Aufenthalts hab ich mir mal Mikes sehr saubere Hoteldusche ausgeliehen ;-) ) und besseres Wasser. Endlich nach dem Duschen nicht mit tonnenweise Bepanthen einschmieren müssen ;-)

 

Hachja. Nunja. Ich werde so langsam mal Felix aus der Raucherlounge abholen und in Erfahrung bringen, von welchem Gate wir genau fliegen. Das stand bisher noch nicht fest und von dem, von dem Mike flog, ging es gerade erst noch nach Madrid.

 

Bis später oder morgen aus Deutschland äh Bayern :-) 

7.3.15 13:58, kommentieren

Sonntag, 08.03.2015

So viel zum Thema saubere Dusche.

Komme nach Hause, hängt ein Zettel unten im Haus. Das Gesundheitsamt hat ein Duschverbot ausgesprochen wegen Legionellenbefall. Es sind sogar schon Nachbarn krank. Supi.

Irgendwelche Krabbel-Fliege-Viecher haben sich hier auch ziemlich vermehrt, obwohl ich keine offenen Lebensmittel mehr hatte. Nichtmal in den Blumen fand ich ein Nest. 

Wenigstens war Samstag Abend noch die Waschmaschine frei, sodass ich eine erste Portion gleich waschen konnte. 

Oh tolles Deutschland. Bekomm ich Asyl in Sibirien? Oder auf dem Mond? Gibts dort sauberes Wasser ohne 1,5cm Flauscheschimmel an der Wand?

 

 

Ich wollte ja noch vom Mitbewohner in Rom erzählen und einige Fotos warten ebenfalls darauf hochgeladen zu werden. Eigentlich hätte ich ja gerade Zeit, aber einfach keinen Kopf dazu. Das muss also noch ein paar Tage warten.

8.3.15 20:54, kommentieren

Vorletzter Eintrag

Sorry, hab grad wenig Zeit, aber der letzte Eintrag ist bereits in Arbeit. Spätestens am Samstag stell ich ihn online!

12.3.15 15:52, kommentieren