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Mittwoch, 04.03.2015

Der gestrige Tag endete spontan und unfreiwillig ziemlich kacke. Dafür gab es heute zum Frühstück echtes fränkisches Bamberger. Mitten in Rom.

Auf meinen nackten Nachbarn hätte ich allerdings verzichten können ;-)

Blauer Himmel, die Sonne scheint, es kann gar nicht so kalt sein und trotzdem friere ich trotz T-Shirt, Pulli und Jacke. Langsam habe ich den Titel Eiszwerg schon nicht mehr verdient.

Naja, abwarten, wie es Zuhause ist. Noch 3 mal schlafen, drei mal aufwachen und als erstes den Schimmel sehen, dann hab ichs geschafft. 

 

Meine heutigen Tätigkeiten sind allesamt sehr speziell.

Es fing an damit, dass ich ein paar Bestellungen angelegt habe. Während das bei uns Zuhause in der juristischen Bibliothek pupseinfach ist (naja, für mich zumindest, aber ich mag meinen Job ja auch :-P ), ist das bei kunsthistorischen Medien schon deutlich schwerer.  Die meisten haben keine ISBN und die sonstigen bibliographischen Daten sind oft völlig fürn Popo. Manchmal geht es nur um Auktionskataloge, Ausstellungsflyer oder Aufsätze. Zu wichtigen Werken gibt es idR auch 345873 Bücher, die nur dieses eine Werk behandeln. Entsprechend gibt es dann halt auch 345873 Bücher, die alle gleich heißen ("Name XY - Seine großen Werke" ). Ohne ISBN wirds jetzt schon schwerer. Dann erscheinen sie alle in den gleichen drei Verlagen (noch schwerer, ein weiteres Identifikationsmerkmal weg) und die Jahresangaben sind oft entweder nur Zirka-Angaben, nicht vorhanden oder alle die gleiche. Viel Spaß :D

 

Im Laufe des Vormittags widmete ich mich dann der DBIS-Administration.

DBIS ist an sich quasi tot, aber da es kaum Vergleichbares gibt, wird es von ein paar eisernen Bibliotheken weiter gepflegt, Rom zum Beispiel. Die vLib (wer jetzt den Blogeintrag zu Worldcat, vLib und DBIS nicht gelesen hat, hats schwer ;-) ) verzeichnet ja nur Datenbanken, die sie selbst lizenziert hat. In der DBIS dagegen kann jede Bibliothek Datenbanken einbinden, die es halt so gibt, egal ob lizenzpflichtig oder kostenlos. So findet man mit einem Klick auf sein Fach fast alle Datenbanken dazu, die man sonst vielleicht nur zufällig irgendwie bei Google gefunden hätte. 

Im Grunde ist DBIS nur ein bisschen HTML in das die Links zu den Datenbanken eingebunden wird. Noch die Icons über die Verfügbarkeit (grün = für alle kostenlos, gelb = für das Institut lizenziert usw.) und ein paar andere Spielereien, fertig ist der Service. Ich durfte nun also ein bisschen rumspielen und genau das tun :-) dazu die benutzereigenen Informationen (Ansprechpartner - u know, der ist ja nun gestorben) ändern und Chefin ist zufrieden.

Die Farbe und das Layout ist ja auch nicht das allerschönste. Man kann als Bibliothek allerdings sein eigenes CSS entwerfen und hochladen, sodass DBIS fast sogar hübsch werden könnte, wenn man dann links in der Ansicht die entsprechende Buchschupserei auswählt ;-) Beispiele: Universitätsbibliothek der RWTH Aachen oder  die Hochschule Ansbach. Sowas ist was, was ich machen könnte. ODER

 

Ooooooder ich mach was anderes ;-)

Da gehts nämlich um Recherche. Eigentlich ist 3/4 meines Berufs Recherchieren. Es gibt da so jemanden, der ist der Meinung, Googlen kann doch jeder, was soll man das noch drei Jahre lernen.  Das, was ich recherchieren soll, kann man aber nicht googlen.

Hat schonmal jemand was von Gallica gehört? Nein, das hat nichts mit Asterix und Idefix zu tun, sondern ist eine, nein, DIE große französische Mediendatenbank. Quasi sowas wie die Deutsche Nationalbibliothek nur noch viiiiel umfangreicher, spezieller. Oh, es regnet ;-)

Jedenfalls bin ich nun auf der Suche nach Services wie Gallica, die Digitalisate, im besten Fall wissenschaftlich nutzbar aufbereitet, anbietet - alles natürlich im Bereich kunsttheoretischer Schriften. Je spezieller, desto besser.

Für französische Werke ist das mit Gallica schön einfach. In Frankreich ist das Buchschupsereisystem *Melanie angrins* aber auch sehr zentralisiert und daher MUSS diese eine staatliche Organisation das so anbieten, wenn sie nicht mit ihrem Entwicklungsstand zurück nach Afrika möchte.

In anderen Ländern wirds jetzt schon schwer.

Die Bibliotheksleiterin (vorübergehende, der Chef ist ja gestorben) hat sich diese Aufgabe extra für mich aufgehoben, weil sie denkt, dass ich als Bibliothekarin (äh *räusper* ich hab das nicht studiert) da viel erfolgreicher sei als eine Kunsthistorikerin. Ich kenne buchschupserische Services, wichtige Seiten, weiß, wie man effektiv recherchiert und äh.. Ja, go. Est-ce que quelqu'un ici parlent francais?

4.3.15 20:09

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