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Donnerstag, 05.03.2015 Gesundheit, Ernährung und Fitness

An die mitlesenden Psychos :-) es könnte sein, dass dieser Eintrag ES triggert *vorwarn*

 

Ich möchte ein paar Worte über die Ernährung, Fitness und damit auch Gesundheit hier in Italien verlieren.

 

Aufgrund ekelhafter Zustände (ich erinnere an die Fettbildchen in den Tellern) koche ich hier nicht. Ich war in der ersten Woche ein paar mal beim Mägges, einmal mit Mike im Schicki-Micki-Restaurant und den Rest der Zeit ernähre ich mich hauptsächlich von Panini bzw.  mit gekochtem Schinken oder Nutella belegten/bestrichenem Pane (eine Art Weißbrot in allen möglichen Formen).

Mike brachte mir aus Deutschland die grünen Pringles (Sour Cream & Onion) mit, weil Mitbringsel von Zuhause, ich mag die und es gibt sie hier nur enorm überteuert an den Süßigkeiten-to-go-Ständen für Touris.

Voll größter Vorfreude naschte ich also die ersten und goss literweise Trinken hinterher. So viele Gewürze war ich gar nicht mehr gewohnt. Zuhause gibt es nicht oft Maggi, aber der Unterschied zwischen "meistens selbst kochen aber zwischendrin auch Fertigfraß" und "ne Woche fast nur langweiliges Panini mit ungewürztem Schinken oder Nutella" ist echt gewaltig. Quasi ein Schock.

Auch ist mir aufgefallen, dass ich hier viel weniger und viel seltener esse. Man gewöhnt sich daran, weniger zu essen, wenn man das ein paar Tage gemacht hat. Man hat viel seltener Hunger und ist dann viel schneller satt.

Zuhause esse ich beim Mägges z.B. ein mittleres (also kleines) Menü und bin idR dann schon ziemlich satt. Hier kippe ich die Hälfte der Pommes generell aufs Nachbartablett..

Als ich neulich mit Mike am Meer war, habe ich um 10:30 Uhr ein bisschen was gefrühstückt (in Deutschland wäre ich davon nicht satt gewesen, hier schon),  gegen 13:30 Uhr oder so gab es ein Eis (aber ein normales, nicht so italienische XXXXL-Portionen) und irgendwann um 20:00 Uhr gingen wir dann Abendessen, aber ich ging auch nur wegen Mike. Alleine hätte ich rein vom Hungergefühl noch nichts gegessen.

Ja, es ist ja bekannt, dass ich unter psychischer Belastung aufhöre zu essen und dass ich grad in Optimalform bin, kann ich auch nicht behaupten. Aber ich wage zu behaupten, dass man sich an das Essen als Tätigkeit gewöhnt. Essen ist immer irgendwie Teil des Alltags. Man isst automatisch, auch wenn man mal keinen Hunger hat. 

Heute früh musste ich mich zum Frühstück quasi zwingen - wie jeden Tag. Ich stehe auf, mach mich fertig, geh in die Küche und belege mir ein Pane.  Ein paar Bissen esse ich auch wegen des "Du musst doch was essens", aber den Rest nehme ich mit in die Arbeit.

Neulich Mittag bin ich kurz nach Hause, habe mir etwas aus dem Kühlschrank genommen und mich mit dem Becher auf dem Bauch ins Bett gelegt. Eine halbe Stunde später hab ich den Becher wieder in den Kühlschrank gestellt und bin zurück zur Arbeit - ohne Hunger. 

Heute Mittag habe ich mir ein Pane belegt. Ich habe wieder ein paar Bissen abgeknabbert, der Rest liegt neben dem Frühstücksrest neben der Tastatur. 

Reine Gewohnheit. Ich hab mir hier angewöhnt, wenig Hunger zu haben und wenn, dann schnell satt zu sein, aber das ist ja auch in Ordnung. Ich esse ja nicht nichts und dem Kreislauf gehts auch prima. 

Meine Kollegin geht mittags IMMER warm essen und kocht sich abends IMMER Zuhause nochmal selbst etwas. Ich frage mich, wie sie das schafft. So viel kann doch keiner verdauen...

 

Fitness. 

Rom ist klein, aber viele Menschen wollen rein (warum eigentlich?). Folglich haben die Häuser eine kleine Grundfläche und dafür zig Stockwerke. Natürlich Altbau, sodass zwischen jeder Etage 30-40 Stufen liegen und die Aufzüge entweder nicht vorhanden sind oder so abseits liegen und so klein sind, dass man doch lieber läuft.

In der Stadt läuft man fast nie eben, ständig geht es bergab, bergauf oder man darf Treppen steigen. 

Ich wohne Zuhause in München im vierten Stock und laufe sehr oft. Auch von und zur U-Bahn wähle ich oft die Treppe statt Rolltreppe. Trotzdem hatte ich die ersten Tage hier soooo einen Muskelkater im Arsch und bin meiner Chefin kaum hinterher gekommen, wenn wir zusammen wo hin mussten.

Inzwischen ist das total normal. 4 Altbaustockwerke runter, zwei Häuser weiter, 6 Stockwerke hoch, 6 Stockwerke runter, zwei Häuser zurück, 4 Stockwerke rauf innerhalb von 10 Minuten - mehrmals am Tag, dazu zusätzlich bei Arbeitsbeginn und -ende sowie zu Beginn und Ende der Pausen, für Termine, die Foresteria liegt auch im ersten Stock - alles kein Problem.

Nach der Arbeit und am Wochenende war ich bisher immer unterwegs. In der ersten Woche bin ich jeden Tag nie unter 2 Stunden durch die Pampa spazieren gegangen.

Jetzt weiß ich, wie die Italiener ihre Tonnen von Pizza und Pasta wieder abtrainieren ;-)

 

Hatschi - Gesundheit.

Die Luft hier ist unheimlich dreckig. Ab Mittag sieht man den Smog in der Luft schon förmlich. Die Wände in der Foresteria sind so feucht, dass ich selbst nach einer halben Stunde Lüften das Gefühl habe, hier herrschen Optimalbedingungen für Treibhauspflanzen. Natürlich nicht zu vergessen der ganze Schimmel.

Lecker.

Außerdem ist das Wasser total krass. Ich weiß echt nicht, was Leute, die hier leben, anders machen. Egal mit welcher Pflege, nach einer Woche hier Duschen kann ich in Bepanthen baden. Meine Haut reißt auf, ich blute von Kleinigkeiten, teilweise sogar schon einfach nur vom Abtrocknen. Ich hatte eine Wunde am Bein, die sich prompt entzündet hat, obwohl sie im Flugzeug nach Rom schon fast verheilt war. 

Ich frage mich, wie die Leute hier so alt werden können...

Für meine Ernährung und Fitness war es hier sicherlich ganz gut, aber die zusätzlichen Belastungen sind schon enorm..

5.3.15 13:49

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